Mama

Es fällt mir immer noch schwer darüber zu schreiben oder überhaupt an unsere jetzige Situation zu denken.

Meine Mama ist am 11.08.2018 im Alter von 58 Jahren zu den Engeln und zu Papa gegangen. Sie ist an Krebs gestorben- genau wie Papa.

Ich habe deshalb ein paar Worte aufgeschrieben und möchte sie gern mit euch teilen.

 

Silvia Eschenbach, geborene Saupe

Geboren in Dresden im August 1959.
Zusammen mit ihrem Bruder Dieter, welcher im November 1944 geboren ist, bei Ihrer Mama Martha Saupe aufgewachsen.
In der Schule war sie immer fleißig und bei ihren Mitschülern sehr beliebt.

Später lernte sie den Beruf der Köchin – wo sie auch Peter Eschenbach bei der Arbeit im Schloss Pillnitz kennenlernte.
Der sie erst gar nicht beeindrucken konnte.
Mit seinem Charme gelang ihm dies schließlich doch noch.

Eine kurze Geschichte dazu:
Silvia stand mit ihrer Freundin draußen und als Peter dazu kam, gab er Silvias Freundin einen Handkuss. Silvia fragte daraufhin: „Und ich“? Peter nahm sie in die Arme und küsste sie auf den Mund. Seit dem Augenblick waren sie zusammen und ein Herz und eine Seele.

Im März 1980 haben die beiden geheiratet.

1980 kam Ivonne (das bin ich) , ihre erste Tochter auf die Welt, danach 1983 Sandra und als Nachzügler und Ergebnis einer wundervollen (wie vermutet wird) Hochzeitsreise, wurde 2001 Sarah geboren.
Nicht zu vergessen Anja, geboren 1974, welche die Tochter von Peter ist. Doch Silvia hat sie stets als eigene Tochter angesehen. Sie sagte oft: „Meine 4 Mädels …“ Oder „jetzt fehlt nur noch Anja …“

Silvia war ein herzensguter Mensch. Sie war sehr bescheiden und hat gerne und viel gelacht.

Sie liebte es zu lesen. Hunderte von Büchern hat sie in ihren Regalen gesammelt und jedes einzelne gelesen.

Silvia liebte Schweine über alles und sammelte etliche Figuren. Sandra hat einmal gesagt: „Mama, immer wenn ich ein Schwein sehe, denke ich an dich“.

Auch ein Minischwein hat Silvia besessen. Sandra und Ronny überraschten sie damit. Sie nannte es Scarlett.

3 Enkel wurden ihr geschenkt und zwar Willi  Weihnachten 1997, danach Anna 2001 und Fabian 2008.
Nein falsch, denn Jessica, Anjas Tochter zählt genauso dazu. Sie kam 2000 zur Welt.

Als Peter 2015 von uns gegangen ist, starb auch ein Teil von Silvia. Davon hat sie sich nie ganz erholt.

Doch ihre Hündin Leyla wusste genau, wie sie Silvia ablenken konnte. In die Tischkante beißen, in den Flur pullern oder sie einfach mit ihren großen Hundeaugen angucken. Dann konnte Silvia nicht böse sein oder zumindest nicht lange.

Silvia fuhr für ihr Leben gern Fahrrad. Oft war sie mit Sarah stundenlang unterwegs, egal wohin.

Peter und Silvia haben oft und sehr gern Kreuzworträtsel zusammen gemacht. Außerdem sind sie sehr gern zusammen in den Wald gefahren um Pilze oder Heidelbeeren zu sammeln.

Ihr Lieblingsessen war Eisbein. Womit sie selbst Peter überzeugen konnte. Und wenn es um süße Sachen ging, konnte sie nicht nein zu Nougat oder Cocos-Schokolade sagen.

Silvias absoluter Lieblingsfilm war Dirty Dancing. Leider konnte bzw. wollte sie ihn nicht mehr angucken, nachdem der Hauptdarsteller im echten Leben gestorben war.

Sie hat so viele Sachen gern gemacht und so viele kleine Dinge geliebt.

Wie z.B. Zeit mit der Familie zu verbringen, Baden zu fahren ins Massenei Bad, orangefarbene Gerberas, leckeres Essen, Ihre Blümchen in der Wohnung, zu Lachen, in den Urlaub nach Tunesien oder an die Ostsee zu fliegen bzw. zu fahren. Sie freute sich einmal so sehr, das sie super weiches Toilettenpapier im Aldi gefunden hatte. Kleinigkeiten eben.

Die Liste könnte wirklich unendlich weiter geführt werden.

Silvias absolute Lieblingsfarbe war türkis. Weshalb sie sich diese Farbe auch für ihre Beerdigung gewünscht hat.

Zum Schluss möchten ihre Kinder und Enkelkinder noch Danke sagen.
Danke für die Zeit mit dir,
danke für deine Liebe,
danke, das du immer da warst,
danke das du unsere Mama bzw. Oma warst.

Wir werden dich immer in unseren Herzen tragen.

Silvia ist nun im Himmel wieder mit Peter vereint, mit ihrem Seelenverwandten.

Manchmal denke ich, dass unsere Familie verflucht ist. So viele mussten viel zu zeitig gehen. Wir haben weder Papa noch Mama.  Omas und Opas haben wir auch schon lange nicht mehr.

Ich möchte auch noch ein paar Worte verlieren.

Dank meiner Freundschaft zu Iwi durfte ich Silvia auch kennenlernen. Sie war nicht nur eine liebende Mama – sie war viel mehr.

Iwi ist ja so ein süße, verrückte Maus. Und ich glaube das hat sie irgendwie von ihrer Mama und ihrem Papa geerbt. Die beiden waren für jeden Quatsch zu haben. So manche Geburtstagsparty haben wir gemeinsam gefeiert. Und selbst zu Iwi´s bekannten Halloweenparties war Silvia immer mit von der Party.

Das Tollste an den beiden war aber ihre Liebe zueinander. So viele Jahre schon zusammen und trotzdem flogen regelrecht die Herzen aus ihren Augen wenn sie zusammen waren.

Und genau so werde ich sie in Erinnerung behalten. Mit diesem Lachen, ihrer Herzlichkeit und ihrer Liebe.

Jetzt sind sie endlich wieder vereint und können sich herzen ohne aufzuhören. *smile*

Wenn man sich einmal umhört, wieviele Menschen an Krebs sterben, merkt man erst, wie schlimm das mit der Krankheit ist. Drum schreibt uns doch auch eure Geschichte.

Habt ihr auch schon jemanden an diese fiese Krankheit verloren? Wie geht ihr damit um?

 

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