Homophobie? Transphobie? – FUCK YOU!

Das Thema schwirrt mir schon seit Monaten durch den Kopf und heute wurde es für mich wiedermal ganz aktuell. Es ist einfach ein totaler Aufreger für mich und ich muss mir endlich mal Luft machen.

Für diejenigen die nicht gleich wissen von was ich hier rede:

Homophobie

(von griech. ὁμός homós „gleich“; φόβος phóbos „Angst, Phobie“) bezeichnet eine gegen Lesben und Schwule gerichtete soziale Aversion (Abneigung) oder Feindseligkeit. (Quelle: Wikipedia)

Transphobie

(von lateinisch trans ‚jenseitig, darüber hinaus‘ und altgriechisch φόβος phóbos ‚Angst, Furcht, Schrecken‘; auch Transfeindlichkeit oder Cissexismus) bezeichnet gegen transidente, transgender und transsexuelle (zusammengefasst auch: trans*) Personen gerichtete Vorurteile, Ekel, Aggressionen oder irrationale Angst vor ihnen, ihren Lebensweisen und dem Ausdruck ihrer Geschlechtsidentitäten sowie ihre gesellschaftliche Diskriminierung. (Quelle: Wikipedia)

Über Instagram folge ich Nina Dobrev – eine einfach tolle Schauspielerin. Dort berichtet sie über sich und ihre Freundin – ups, ich muss mich verbessern – ihre Verlobte.

SheSaidYes
© Nina Dobrev
6 years ago they met. 4 years ago they became a couple. Today, these two beauties became one. #SheSaidYes

Ich war sehr überrascht, wusste ich doch garnicht, dass Nina lesbisch ist. Aber ehrlich? Das ist mir eigentlich auch ziemlich wurscht. Sie ist eine tolle Schauspielerin und eine wunderschöne Frau. Im Gegenteil: Ich hab mich riesig für sie gefreut. Sie hat eine Frau an ihrer Seite die sie liebt und bei der sie sich geborgen fühlt. Mehr ist nicht interessant.

Edit 19:30 Uhr: Ich muss mich korrigieren, nachdem meine süße Iwi mich drauf aufmerksam gemacht hat. (Ich sollte bei den Bildern auch immer die Markierungen beachten. *vordiestirnklatsch*)
Nicht Nina ist lesbisch und hat einen Antrag bekommen. Nein, es handelt sich um sehr gute Freundinnen von ihr – @morganbeau und @riawna.

Aber selbst das ist eigentlich auch wurscht. Wie offen Nina damit umgeht und in ihrem Instagram-Profil damit umgeht ist sehr bewundernswert. Insbesondere da sie doch eine Menge Aufmerksamkeit bekommt. Thumbs up Nina!!!

Als ich dann aber die Kommentare dazu las war ich mehr als geschockt.

Nur um mal einige zu zitieren:

I can´t believe how you can congrulate this lesbians, this is so sad

 

I can´t believe this… this is so sad to be true

 

Fuck u…..go 2 the hell u and them

 

Congrulations and i wish she will be pregnancy soon… OMG i forget they are lesbian and the never gonna be a family and have kids

 

Ganz ehrlich? Ich könnt kotzen über so viel Intoleranz. Haben die Leute nix Besseres zu tun, als anderen solch einen Bullshit zu schreiben?

Wir leben im 21. Jahrhundert. Alles schreitet voran und entwickelt sich. Aber bei manchen Leuten glaube ich echt die sind noch im Mittelalter stehen geblieben.

Was ist so schlimm an Homosexualität?

Für mich absolut nix. Ich selber habe einen ganz lieben Freund der schwul ist. Er und sein Freund sind einfach perfekt zusammen. Und auch ein Bekannter ist seit einigen Jahren mit seinem (männlichen) Schatz verheiratet. Selbst in meiner Familie haben wir ein lesbisches Pärchen. Warum auch nicht? Sagt nicht ein Spruch

„Wo die Liebe hinfällt“

Und die Liebe hält sich nicht an Geschlechtertrennung.

Als endlich die Ehe zwischen Gleichgeschlechlichen genehmigt wurde, habe ich genauso mitgefeiert. Endlich! Es wurde echt Zeit.

Sehr oft habe ich mich mit meinem Schatz über dieses Thema unterhalten. Wir malten uns aus was wäre wenn eines unserer Mädels auf Mädels stände. Hmmmm – irgendwie fühlen wir dabei nix anderes. Um es ganz einfach auszudrücken: Uns ist es scheißegal ob sie auf Männlein oder Weiblein stehen

Hauptsache sie sind glücklich!

Das ist für uns das Allerwichtigste.

Viele kommen bei gleichgeschlechtlichen Paaren auf das Thema Kinder. Das gänge doch nicht und blabla. Wo sehen die das Problem??? Es gibt auch die Möglichkeit der Adoption. Viele Kinder die in Heimen gelandet sind wünschen sich einfach eine liebevolle Familie und das können auch gleichgeschlechtliche Paare geben.

Mein absolutes NoGo ist vor allem auch die Transphobie.

Darauf reagiere ich megaallergisch. Warum? Ganz einfach. Weil ich das Leben einer Transsexuellen hautnah mitverfolgt und erlebt habe. Von den Anfängen bis hin zur Erlösung durch die OP.

Wer das war? – Ja, leider muss ich von „war“ reden, denn meine Mama ist Anfang dieses Jahr zu den Engeln gegangen. Und ja – ihr lest richtig.

Meine Mama war früher mein Papa

Und soll ich euch was verraten? Es war geil genau so wie es war.

Ich liebte meinen Papa schon immer. Dann kam die Zeit als er immer öfter als Frau durch die Gegend lief. Anfangs noch recht selten – was aber mit der Zeit immer mehr zunahm. Zu Beginn war ich noch leicht irritiert, fand es mit der Zeit aber immer geiler und war stolz, dass er es so durchzog. Es gab sehr viele Abende in denen wir uns sehr intensiv über das Thema Transsexualität unterhielten. Er erzählte mir wie er selber es bemerkt hat und sich dabei fühlte. Ja genau! „Diese“ Leute haben genauso Gefühle!!! Er brachte mir dann sogar das Schminken bei. *schmunzel* Wer hat schon einen Papa, der einem das Schminken beibringt?!

Papa erzählte mir auch wie hoch damals die Suizidrate bei Transsexuellen war. Ich war geschockt. Und warum? Weil es so viele Idioten gab und noch gibt die das einfach nicht tolerieren können! Nein. Lieber machen die Wi… die Leute nieder, hauen ihnen in die Fresse und machen ihnen das Leben zur Hölle. *kotz*

Papa hat mir das Thema Trans ganz einfach erklärt:

Transsexuelle sind Menschen die einfach im falschen Körper geboren sind.

Ende Februar 1997 war es für Mama endlich soweit. Sie bekam – nach 2 Therapeutenberichten – endlich ihre erlösende, endgültige OP. (Und paar hammergeile Brüste! 😉 )

Mein Besuch in der Klinik war total witzig. Ich war bei ihr im Zimmer als der Arzt kam und fragte ob „sie´s mir schon gezeigt hätte“. *lol* Kaum war er raus hat sie´s getan und ich war total geplättet. Wahnsinn was die Medizin heutzutage so kann!

An dem OP-Tag ist für mich meine Papa gestorben. Dafür hab ich eine bessere Mama und beste Freundin bekommen. Wir verstanden uns noch viel besser – so von Frau zu Frau. Unsere Beziehung zueinander wurde noch enger als sie eh schon war. Und meine Liebe zu ihr war und ist grenzenlos.

Meine Erfahrung

… hat mich gelehrt, dass gerade Menschen mit homo- oder transsexuellem Hintergrund eine viel bessere Lebenseinstellung haben. Sie leben intensiver. Ob es daran liegt, dass sie mit so viel Hass und Intoleranz zu tun haben? Ich weiß es nicht. Es ist mir auch total egal.

Die Menschen haben genau so viel Respekt und Anerkennung verdient wie all die „Normalos“.

Punkt. Aus. Basta!

rote-Karte.png

 

Was sagt ihr zu diesem Thema?

Wie steht ihr dazu?

Wir sind gespannt auf eure Meinungen. 😀

19 Gedanken zu „Homophobie? Transphobie? – FUCK YOU!

  1. Ich Danke der lieben Bella für die ehrlichen Worte.
    Der Einblick in ihr Leben und wie sie die Zeit von ihrem Papa zur Mama geschrieben hat ist sehr interessant…..

    Ich hatte selbst im Freundeskreis ein Pärchen wo sie sich hat umwandeln lassen zu einem Mann.
    Ich fand das auch total interessant.

    Ich respektiere das total.
    Jeder muss für sich wissen was richtig und was falsch ist.
    Und falsch ist im Körper zu leben den man nicht akzeptiert.

    Deine Mama und beste Freundin hat damals alles richtig gemacht die beste Entscheidung ♡

    Bella du bist klasse ♡

  2. Hey Bella 🙂

    Danke für die ehrlichen Worte und ich kann dir nur aus vollstem Herzen zustimmen.
    Mein Cousin ist schwul und hat vor 6 Jahren seinen Freund geheiratet. Gott, hab ich mich mit den beiden gefreut. Ich kenn es nicht anders und kann überhaupt nicht verstehen, warum manche so dagegen hetzen :/

    Liebe Grüße
    Andrea

    1. Nee, ich versteh das auch nicht. Deshalb bin ich bei dem Beitrag auch mal krasser drauf als die meisten mich kennen. Mir klappt bei sowas immer das Messer in der Tasche auf. 😉

      Danke für deine ehrliche Meinung. <3

  3. Also ich kenne Transsexuelle, wie auch Homosexuelle und nicht nur das – auch ganz andere Arten von Mensch. Keiner davon ist pervers, sondern genauso voller Liebe, wie Heterosexuelle auch. Abgesehen davon haben sie einen ganz anderen Blick auf die Welt und Gesellschaft – einfach inspirierend.

    Bin überrascht, was deine Mama betrifft – echt krass und auf jeden Fall bewundernswert, wie ihr das gemeistert habt. <3

  4. Ein toller Beitrag! Ich verstehe diese ganze Aggression auch überhaupt nicht. Was geht es mich an, ob jemand einen Mann oder eine Frau liebt oder früher ein anderes Geschlecht hatte? Das sind individuelle Entscheidungen und Gefühle, in die sich kein Außenstehender einzumischen hat.

    Ich finde es immer unglaublich interessant, mich mit Betroffenen über ihre Erfahrungen zu unterhalten und freue mich für jede/n, der/die den richtigen Weg und Partner/in für sich gefunden hat.

  5. Ein Klasse Beitrag. Ich sehe es genauso wie du. Jeder sollte für sich selber entscheiden, welches Geschlecht er liebt. Die Gefühle sind die gleiche, egal ob männlich oder weiblich. Niemand hat das Recht einem da reinzureden. Leider haben dennoch viele Leute in der heutigen Gesellschaft ein Problem damit und bezeichnen das gerne auch mal als TABU-Thema, was völliger Schwachsinn ist. Jeder soll sein Leben wie er möchte und dazu zählt auch die Liebe!

    1. Ja, leider zählt es noch zu den Tabu-Themen, was ich total schade finde.
      Da fällt mir grad ein: Wieviele Männer sehen es gern wenn zwei Frauen sich beglücken. Aber Homosexualität? Um Gottes Willen!!! Das beißt sich total für mich. 😉

  6. Die Welt wäre um einiges besser, wenn sich weniger Mitmenschen immer in die Privatangelegenheiten anderer einmischen müssten. Gerade die sexuelle Orientierung geht eigentlich keine Sau etwas an, sofern sie nicht gegen geltendes Gesetz verstößt. Auch sind gerade schwule oder lesbische Paare wesentlich liebevollere Eltern als die meisten heterosexuellen. Und PERVERS ist daran schon mal gar nichts, das sind ganz normale Menschen mit ganz normalen Gefühlen, die wir durch unser Verhalten ihnen gegenüber zutiefst verletzen können. Daran sollten manche einmal nachdenken – aber die haben den Kopf vermutlich nur, damit es nicht in den Hals reinregnet.

  7. Ein absolut klasse Beitrag! Ich habe eh noch nie verstanden, wieso es so wichtig für die Leute ist, dass andere „konform“ lieben. Ist doch völlig wurscht! Das einzige, was wirklich zählt, ist doch der Mensch dahinter! Was geht es denn Außenstehende an, wie dieser sein Privatleben und sein Glück gestaltet. Manche haben echt viel zu viel Zeit, sich über Dinge aufzuregen, die sie nichts angehen und doofe Kommentare zu schreiben. Oder Schlimmeres.

    1. Ganz genau. Und meist tun sie das auch noch anonym übers Netz. Oder einfach total krass in real.
      Wie sag ich immer so schön? Leben und leben lassen. 😉

      Danke für deinen Kommi. <3

  8. Liebe ist Liebe, und ich kann einfach nicht verstehen, wie in Zeiten wie heute, wo ganz andere Dinge wesentlich wichtiger sind, so auf der Liebe und dem Erscheinungsbild der Menschen herumgeprügelt wird? Mir ist egal, ob Männlein oder Weiblein vor mir steht – sei ein guter Mensch, das ist alles was ich möchte.
    Liebe ist Liebe, solange sie einvernehmlich stattfindet.

  9. Wunderschön geschriebener Beitrag. Es sollte wirklich die Menschen erreichen die es nicht raffen.
    Für mich war homosexuallität so normal wie es sein sollte. Schon immer!
    Mal ganz davon abgesehen das meine GROßTANTEN (ja die Schwester von meiner Oma und ihre Frau) lesbisch sind, sind es auch ein Cousin von mir und ein Freund. Für mich war es schon immer normal. Ich bin so aufgewachsen und so sollte es auch sein und auch wenn ich Transexuelle immer noch mit befremdlichkeit betrachte, da ich es nicht gewohnt bin, bewundere ich die Menschen in meinem Umfeld und behandel sie wie es sein sollte. Wie ganz normale Menschen und ihrem Wunschgeschlecht entsprechend. Wenn mein Jahrelanger Kumpel, mein Brudii mich fragt ob er auch meine Schwestii sein darf ist das absolut ok für mich. Dann ist sie eben seit letztem Jahr eine Sie für mich. Und ich bin stolz auf diesen Engel, wie sie ihr Leben weiterhin bestreitet und was sie aus sich macht. Mit dem Stolz und dem Mut zu sich stehen zu können. Es sollte einfach besser anerkannt werden!

    1. Liebe Kora, danke für den wundervollen Kommi. Der ging mir echt ans Herz. Genauso liebe und sehe ich es.
      Ich finde es bewundernswert wie du mit deiner „Schwestii“ umgehst. Von dir und deiner Einstellung sollte es viel mehr Menschen geben.
      Es ist doch geil dass die Welt bunt ist und nicht nur schwarz-weiß.

      Ganz liebe Grüße
      Bella

  10. Ich bin selbst Transgender und habe mittlerweile oft homophobe und transphobe Äußerungen erfahren aber durchschnittlich habe ich bisher ehr positive Erfahrungen mit Mitmenschen gemacht in unterschiedlichster Form.
    Natürlich muss man auch Verständnis haben das Menschen die einen Jahre lang kennen nicht von heute auf morgen dann als Frau ansprechen und Co. Man muss den Menschen auch die Zeit geben es zu akzeptieren und zu verstehen das wir alle individuell sind und man sich nicht aussucht wie man sein will. Wenn es so wäre gäbe es auch keine Transsexuelle Menschen oder andere Menschen die ähnliche Probleme haben.
    Mir sagte mal eine Transsexuelle Freundin das sie gefragt worden warum sie den Transsexuell ist… Und sie fragte zurück warum die Person den Hetero ist. Danach kam keine Antwort mehr. Weil wie gesagt man sucht es sich doch nicht aus wie man ist. Also habt Verständnis für alle Menschen und akzeptiert sie wie sie sind❤️??????

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